Der Notfunk-Server

Da ich nicht in der Lage bin, ein Datenfunknetz für ganz Bayern zu errichten und zu finanzieren, habe ich mir überlegt, was ich in meinem lokalen Einsatzbereich mit diesem Thema ausrichten und die BOS hier unterstützen kann. In diesem Rahmen habe ich mir die BOS-Struktur der Stadt Ansbach (Mittelfranken) angeschaut, welche eine Besonderheit bietet:Drei Regierungsbehörden "sitzen" in einem Talkessel, welcher von aussen funktechnisch schwer zugänglich ist. Das Clubheim das DARC e.V. OV Ansbach befindet sich jedoch äusserst günstig auf einem Bergkamm gelegen. Eine Sichtverbindung untereinander besteht nicht.

Die BOS-Struktur kurz angerissen

Im Stadtzentrum von Ansbach befindet sich die Residenz mit der Bezirksregierung von Mittelfranken. Ebenso finden wir im Kern das Rathaus der kreisfreien Stadt Ansbach. Dann gibt es da noch das Landratsamt des Landkreises Ansbach. Alle drei Behörden werden im Katastrophenfall eng miteinander zusammenarbeiten müssen, da sie räumlich aufeinander angewiesen sind. Die Bezirksregierung wiederum ist natürlich an einem Kontakt zu den anderen Landkreisen des Bezirks sowie zur Staatsregierung in München interessiert. Somit haben wir hier zwei Nutzerkreise, welche sich in einem Teil überschneiden: Die lokalen Nutzer Rathaus, Landratsamt und Bezirksregierung - sowie letztere noch einmal, welche Daten heraus aus dem Tal schicken muss - "zur Not mit berittenen Boten" (Original-Zitat eins Regierungsmitgliedes).

Die Fernverbindung

Diese muss zwischen der Regierung, 7 Land- und 5 Stadtkreisen (davon immerhin drei Großstädte) und der Staatsregierung hergestellt werden. Hier werden vermutlich Sprache auf VHF-FM und Daten auf UHF in AFSK1200 (Packet Radio) idealerweise zum Einsatz kommen können. Aber tatsächlich interessiert mich die Fernverbindung derzeit überhaupt nicht. Diese kann von der Notfunkstelle Ansbach aus (DK0AN) problemlos jederzeit hergestellt werden.

Lokale Dienste im Ansbacher Kessel

Nun sollte man aber eben auch lokal miteinander sprechen. Strom, Wasser, Nahrungsmittel für die Regierung sind nun einmal abhängig von der Stadt Ansbach - und dieser wiederum vom Landkreis, da alle Wege durch diesen führen. Da hier ein erhöhter Bedarf an Absprachen, Organisation und Koordinierung besteht, habe ich genau an diesem Einsatzzweck mein Daten-Notfunk-Konzept ausgerichtet.

Der Server - das Herzstück

Um allen Beteiligten die Dienste Bildübertragung, Emails, Kurznachrichten, Chats und Textversand so einfach wie möglich zu machen, habe ich einen Notfunk-Server aufgebaut, welcher aus unkomplizierter Hardware, raffinierter Software und umfangreichen Bedienungsmöglichkeiten besteht. Zudem ist er fernbedienbar, unabhängig vom Internet und Netzstrom betreibbar und kann sowohl lokal als auch per Funk problemlos angesprochen werden. Im Nachfolgenden werde ich daher nur noch vom Notfunk-Server sprechen.

Entsprechende fertige Konzepte gibt es hierzu derzeit nirgendwo. Es gibt zwar speziell in den USA Ansätze zu solchen Themen, jedoch wird dort in der Regel das Internet als "im Katastrophenfall funktionierend" angenommen, oder das weltweite Winlink2000-Netze als Basis verwendet.